27.11.2017
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SOLIDWORKS bei AMF: „Beste Qualität für alle Fälle“.

Im Südwesten gibt es viele Hidden Champions – wie AMF aus Fellbach. Der Spanntechnik-Hersteller setzt seit 1997 auf SOLIDWORKS CAD und SOLIDWORKS PDM mit Bechtle PLM.
Nullpunkt-Spannmodule von AMF auf einem Maschinentisch

Im Südwesten gibt es viele Hidden Champions – wie AMF aus Fellbach.

Bei AMF, einem Kunden der ersten Stunde, schätzt man die sehr enge Beziehung zu Bechtle PLM. Die geht so weit, dass Programme gemeinsam entwickelt werden und in der Kooperation mit Bechtle PLM der gesamte Produktlebenszyklus abgebildet werden kann. Die Software-Werkzeuge SOLIDWORKS CAD und SOLIDWORKS PDM sind dabei ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs.

Der Spanntechnik-Hersteller Andreas Maier GmbH & Co. KG in Fellbach bei Stuttgart ist ein SOLIDWORKS-Anwender der ersten Stunde. Betreut durch Bechtle PLM wurde das CAD-System 1997 eingeführt und mit ergänzenden Softwarepaketen immer wieder erweitert, sodass durchgehende Prozessketten von der Konstruktion bis in die Fertigung und die Qualitätssicherung entstanden sind.

Wer etwas bearbeiten, montieren oder prüfen will, muss seine Werkstücke oder Baugruppen spannen. Das kann im einfachsten Fall mit einem Schraubstock geschehen. Viel besser und performanter geht es aber mit spezialisierten Spannsystemen. In diesem Geschäft ist die Andreas Maier GmbH & Co. KG (AMF) tätig. Der führende Hersteller weist in seinem Katalog über 6.000 Einzelkomponenten rund um das Spannen aus. Da wird wohl jeder das finden, was er braucht.

AMF wurde bereits 1890 durch Andreas Maier gegründet, der zunächst Türschlösser produzierte. In den 1920er-Jahren kamen dann Schraubwerkzeuge hinzu, und nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Schwaben in Richtung Spanntechnik diversifiziert, und zwar in Hinsicht auf Werkstücke und Werkzeuge.

Von Mitte der 1960er- bis Mitte der 1980er-Jahre kamen Schnellspanner und hydraulische Spannsysteme hinzu. 2004 wurde das Nullpunkt-Spannsystem „Zero-Point“ (siehe Kasten), ein paar Jahre später die Magnet- und Vakuumspanntechnik realisiert. Heute ist AMF Komplettanbieter in der Spanntechnik und durch stetige Weiter- und Neuentwicklungen Marktführer in diesem Bereich.

AMF Zero-Point-Spannsystem in der Fertigung
Das AMF-Zero-Point-System in der Fertigung: Das Spannsystem erhöht die Maschinenlaufzeit durch schnellen Werkstück- und Vorrichtungswechsel

„Unser Unternehmen befindet sich nach wie vor in der Hand der Gründerfamilie und hat heute rund 250 Mitarbeiter“, so Konstruktionsleiter Rainer Zimmermann. Verkauft wird weltweit mit einem Schwerpunkt auf Deutschland und Europa. Neben den hier nur kurz angedeuteten Spannsystemen „werden auch noch Schlösser gebaut, nämlich für Industrie- und Gartentore“, wie Zimmermann weiter ausführt. Auch die Schraubwerkzeuge befinden sich weiter im Angebot.

Neben dem Katalogprogramm konstruiert und fertigt AMF viele individuelle Spannlösungen nach Kundenbedarf. Hierbei spielt höchste Präzision eine große Rolle. Zimmermann: „Wir fertigen unsere Produkte mit Genauigkeiten unter 0,005 mm.“ Klar, dass man dieses umfangreiche Spektrum nicht ohne leistungsfähige CAx-Systeme realisieren kann.

AMF hat sich bereits 1997 für SOLIDWORKS interessiert und wurde somit einer der ersten Kunden von Bechtle PLM. Die Herren, die das System damals vorstellten, waren Geschäftsführer Manfred Gravius und der heutige Geschäftsführer für den Bereich Service, Dr. Marcus Knieps. Sie müssen ihre Sache gut gemacht haben, denn es kam nicht nur zum Abschluss, sondern AMF ist ihnen über zwei Jahrzehnte treu geblieben.

Steil nach oben …

… ging unterdessen auch die Karriere von Bechtle PLM selbst. Aus dem Kleinbetrieb von damals wurde der größte selbstständige SOLIDWORKS-Reseller in Europa und zudem der größte Sage-Händler im D-A-CH-Bereich, mit mittlerweile 450 Mitarbeitern und 28 Niederlassungen. Neben den Produkten von SOLIDWORKS hat Bechtle PLM die CAM-Produkte von SolidCAM im Portfolio.

Das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen hat schon früh begonnen, den großen Hauptsystemen eigene kleine Pakete an die Seite zu stellen und auch individuelle Software für einzelne Kunden zu entwickeln. Sicher einer der Faktoren für den Erfolg. Dabei hat man sich keineswegs gescheut, die Expertise von Kunden mit einzubeziehen, wie auch im Fall von AMF: „Wir waren bei Bechtle PLM an der einen oder anderen Stelle schon ein bisschen Mitentwickler“, wie Regina Gabriel, Konstrukteurin und Betreuerin der technischen EDV, anmerkt.

Spannturm mit hydraulischer Spanntechnik und Nullpunkt-Spannsystem
Sichere Spannung von Gehäusen in einem Spannturm: Hier werden die Vorteile der hydraulischen Spanntechnik mit der Nullpunkt-Spanntechnik kombiniert

PDM-System als Daten-Backbone

„Nachdem wir zunächst mit SOLIDWORKS allein gestartet sind, war bald klar, dass wir eine Datenverwaltung brauchen“, so Regina Gabriel weiter. Man hat dann den Markt genau angeschaut, einzelne Systeme auch näher unter die Lupe genommen, sich dann aber doch für SOLIDWORKS PDM Professional entschieden. Gabriel: „Nur damit konnten wir im Zusammenspiel mit CAD die nötige Flexibilität erreichen. Wir haben auf der einen Seite eine Serienproduktion und auf der anderen Seite eine projektbezogene Produktion. Um beides zu steuern, brauchen wir ein entsprechend flexibles PDM-System.“

SOLIDWORKS PDM Professional ist eine Datenverwaltungslösung mit vollem Funktionsumfang für große und kleine Unternehmen. Sein Datentresor, basierend auf dem Microsoft SQL Server, stellt sicher, dass alle Daten gespeichert sind und von autorisierten Benutzern innerhalb des Unternehmens abgerufen werden können.

SOLIDWORKS PDM Professional ist leicht zu implementieren, vollständig konfigurierbar und über die API erweiterbar. Die PDM-Lösung führt Produktteams effizient durch ihren Entwicklungsprozess und stellt sicher, dass die Teammitglieder zur richtigen Zeit Zugriff auf die richtigen Daten haben.

SOLIDWORKS-Arbeitsplatz mit zwei Bildschirmen in der Konstruktion von AMF
SOLIDWORKS-Arbeitsplatz in der Konstruktion von AMF: Die zwei Bildschirme erlauben die gleichzeitige Darstellung von CAD- und PDM-Daten

Die Einführung des Systems erfolgte bei AMF in enger Zusammenarbeit mit Bechtle PLM. „Ich habe die Beratung durch die Fachleute dort als sehr gut empfunden, und die enge Kooperation führte zu einem Ergebnis, welches wir allein nicht hinbekommen hätten“, so Gabriel.

In Ergänzung zu dem PDM-System wurde die „JobBox“ bei AMF eingeführt, ein Softwarepaket, das von Bechtle PLM selbst entwickelt wurde. Die JobBox ist ein Tool für die einfache Automatisierung von Prozessen durch die Anlage von benutzerdefinierten Batch-Prozessen, ohne Programmierkenntnisse und mit einer komfortablen Benutzeroberfläche.

Sie dient bei AMF als Plot-Server, zur Freigabeverwaltung, zur Verwaltung von Zeichnungsstatus und als Datenübergabestelle für Fertigung und Qualitätskontrolle. Die JobBox kann in einem gewissen Umfang selbst veränderten Betriebsbedingungen angepasst werden, „darüber hinaus müssen die Programmierer bei Bechtle PLM ran“, wie Regina Gabriel sagt.

Kein Wunder, dass ein Hersteller mit über 6.000 Katalogteilen ein Tool braucht, in dem Norm- und Wiederholteile gespeichert und schnell wiedergefunden werden können. Das ist bei AMF die VarBox, die ebenfalls von Bechtle PLM kommt und eine Bibliothek mit Normteilen für SOLIDWORKS darstellt, die natürlich kundenspezifisch erweitert werden kann.

Ansonsten werden die Kataloge von CADENAS genutzt, wo man auch seine eigenen Teile publiziert. Hierzu ist es CADENAS gelungen, Teile auch „beweglich“ zu machen. Unter anderem können Maximalpositionen von beweglichen Teilen sichtbar gemacht werden (Kolben eingefahren bzw. ausgefahren oder Klappe ganz auf oder ganz zu etc.).

Regina Gabriel und Rainer Zimmermann von AMF in Fellbach
Die Gesprächspartner in Fellbach: Regina Gabriel und Rainer Zimmermann

Das „Labor“ im PDM

„Wenn wir eine neue Entwicklung beginnen“, sagt Regina Gabriel, „haben wir einen Bereich im PDM-System, wo wir z. B. Versuchsergebnisse verwalten können, wo wir viele Varianten darstellen können, ohne Änderungsindizes vergeben zu müssen, wo wir arbeiten können, ohne schon Produktnamen oder eine Produktnummer zu haben.“ Dieser „Labor“-Zustand hilft den Konstrukteuren, kreativ zu sein, vieles auszuprobieren und dennoch nichts zu verlieren.

Man könnte auch sagen, die „Musenkussphase“ wird optimal unterstützt. Erst danach wird entschieden, ob aus den Neuentwürfen ein Katalogprodukt wird oder nicht.

Falls ja, beginnt die eigentliche Konstruktion bis ins Detail. Dabei helfen Simulationen wie die Festigkeitsanalyse mithilfe von FEM-Berechnungen. Die entsprechenden Funktionalitäten bringt SOLIDWORKS Premium gleich mit. Kinematische Analysen werden mit dem SOLIDWORKS Animator durchgeführt. Liegen alle Details fest, werden die Daten nicht nur im Engineering genutzt, sondern als Katalogdaten an das Produktmanagement weitergereicht und schlussendlich an die Werbeabteilung, die den Katalog herstellt. Die entsprechenden Daten gehen auch an CADENAS, wo sie in deren Kataloge eingepflegt werden.

Wie schon kurz dargelegt, gelangen die Konstruktionsdaten über die JobBox zum NC-Programmiersystem und zur Messtechnik. Denn „beste Qualität für alle Fälle“ braucht neben einer hochgenauen Fertigung auch eine exzellente Messtechnik. So viel zur Prozesskette selbst. Wie beurteilen die Konstruktionsprofis ihre CAx-Lösung heute?

Von Anfang an, so heißt es, waren die sehr guten Schnittstellen von SOLIDWORKS sehr hilfreich. „Wir bekommen oft Daten von ganz verschiedenen Kunden und müssen damit umgehen können“ (Gabriel).

Gelobt werden außerdem das „gute Handling des Systems“ und die damit mögliche flexible Arbeitsweise. Wenn ein neues Projekt begonnen wird, schaut man zunächst, ob etwas Ähnliches bereits gemacht wurde und im PDM-System vorliegt. Dabei ist es wichtig, kurze Antwortzeiten zu haben, um nicht „ewig“ zu suchen. Regina Gabriel: „Wenn die Maße und Sachmerkmale richtig gesetzt wurden, sind wir bei der Suche mit SOLIDWORKS PDM sehr schnell!“

Auch die Zusammenarbeit mit Bechtle PLM ist direkt und schnell. Die Ausbildung der Mitarbeiter findet bei Bechtle PLM statt, die laufende Betreuung wird durch Bechtle PLM geleistet, und für neue Trends, ob persönlich von den Beratern oder in den Foren vorgestellt, hat AMF immer ein offenes Ohr. So kann man sich mittelfristig auch eine papierlose Prozesskette in der Fertigung mit MBD vorstellen. Am Ende bleibt also festzustellen: Die Systeme laufen gut, kein Stress mit dem Hersteller, darüber hinaus hilft man sich gegenseitig, und das schon seit langer Zeit. Mehr geht nicht …

Das AMF-Zero-Point-System

Durch den Einsatz moderner AMF-Nullpunktspannsysteme optimieren die Anwender den Vorrichtungs- und Werkstückwechsel in ihrer Fertigung, senken dadurch die Rüstzeiten an der Maschine um bis zu 90 % und sparen so bares Geld.

Die Vorteile der Nullpunktspanntechnik liegen auf der Hand:

  • Erhöhung der Maschinenlaufzeit
  • Sehr schneller Werkstück- oder Vorrichtungswechsel
  • Hohe Wiederholgenauigkeit
  • Für alle Maschinen eine einheitliche Schnittstelle
  • Positionieren und Spannen in einem Arbeitsgang
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